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Das Raynaud-Syndrom oder die Krankheit der kalten Finger

Das Raynaud-Syndrom beschreibt ein Krankheitsbild der kleinen Gefässe. Es ist durch attackenweise auftretende Durchblutungsstörungen besonders an Händen, aber auch an Füssen, gekennzeichnet; ebenso können Nase und Ohren betroffen sein.
Meistens werden die Attacken durch Kälte und Nässe provoziert, treten aber in schweren Fällen auch bei wärmeren Temperaturen auf.
Die Symptome sind gleich wie bei einer Unterkühlung beziehungsweise Erfrierung der Extremitäten und laufen in drei Phasen ab:

  • Verminderte Durchblutung: kalte, blasse Haut mit Schmerzen und Gefühlsstörungen
  • Verminderter Sauerstoffgehalt (Hypoxie): Blaufärbung der Finger
  • Überschiessende Reaktion bei Normalisierung des Blutflusses: Rötung, pulsierenden Schmerzen und Kribbeln.

Das Taubheitsgefühl kann über Stunden dauern. Im Extremfall kommt es zu Hautschädigung und Gewebsuntergang (Nekrose).

 

Ursache

Die Ursache liegt in einer erhöhten Reaktivität der kleinen Gefässe (Arterien); dies führt zu einem Krampf der Gefässmuskulatur (Vasospasmus) mit Gefässverengung und in der Folge gestörten Blutzirkulation im betroffenen Areal.

 

Formen

Es werden zwei Formen unterschieden:

• Primäres Raynaud-Syndrom (Raynaud-Krankheit): es liegt keine erkennbare Grundkrankheit vor.
• Sekundäres Raynaud-Syndrom (Raynaud-Phänomen): die Symptome treten als Begleiterscheinungen einer Grundkrankheit auf, z.B. Bindegewebserkrankungen (Sklerodermie, Lupus erythematodes, Sjorgens-Syndrom), Diabetes mellitus, Nikotin, wiederholte Mikroverletzungen usw.

 

Therapie

Eine Therapie ist nur in ausgeprägten Fällen notwendig. Greifen die medikamentösen Therapiemöglichkeiten nicht oder sind sie unzureichend, so sind interventionelle Massnahmen  zur Beeinflussung des autonomen sympathischen Nervensystems angezeigt.

In dieser Situation empfehlen wir die Implantation eines Rückenmarkstimulators. Mit der Neurostimulation kann eine längerfristige Besserung praktisch garantiert werden. Im Gegensatz dazu müssen die üblicherweise durchgeführten gezielten Blockadeverfahren in kurzen Abständen wiederholt werden, weswegen wir darauf verzichten.

Fallbeispiel 6: Elektrischer Strom gegen Durchblutungsstörungen

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