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Innervationsgebiet der drei Trigeminusäste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CT-gesteuerte Behandlung des Ganglion Gasseri

3. Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie ist der häufigste Gesichtsschmerz und stellt das Paradebeispiel eines Nervenschmerzes dar.

Symptome:

  • Vorwiegend einseitige, einschiessende (blitzartige) Schmerzattacken im Versorgungsgebiet des fünften Hirnnervs (N. trigeminus). Der zweite Ast (Oberkiefer) ist am häufigsten betroffen.
  • Die Schmerzattacken treten mehrmals täglich spontan auf, werden durch gewisse Reize (Berührung, Windstoss, Kauen, Zähneputzen, Sprechen) ausgelöst und dauern von wenigen Sekunden bis zu Minuten.
  • Zwischen den Attacken ist der Patient beschwerdefrei.
  • Die Schmerzen können teils extrem stark sein.
  • Die neurologische Untersuchung ist unauffällig.

Unterschieden wird zwischen der idiopathischen Trigeminusneuralgie und der symptomatischen Trigeminusneuralgie:

1. Idiopathische Trigeminusneuralgie

  • Die neurologische Untersuchung ist unauffällig.
  • Sie tritt im späteren Lebensalter auf.
  • Sie kommt bei Multiple Sklerose Patienten 300-mal häufiger vor als bei der Durchschnittsbevölkerung.

2. Symptomatische Trigeminusneuralgie
Die Neuralgie wird durch einen Krankheitsprozess des Nervs selbst (z.B. nach Gürtelrose) oder in der unmittelbaren Umgebung (Tumor, Entzündung, Gefässverformung) verursacht.

Therapie

1. Medikamentös
Grundsätzlich muss immer mit einer medikamentösen Behandlung begonnen werden. Diese prophylaktische Therapie richtet sich nach dem klinischen Verlauf. Bei ausreichend hoher Dosierung zeigt sich folgendes Bild:

  • 50% der Patienten sind schmerzfrei.
  • 25% haben eine deutliche Schmerzreduktion.
  • 25% sprechen nicht an oder haben starke Nebenwirkungen.

2. Thermokoagulation des Ganglion Gasseri

Bei diesem Verfahren wird im Bereich der Nervenschaltstelle der befallene Nervenast selektiv unter kontrollierter Hitzeeinwirkung  behandelt. Mittels Computertomografie (CT-gesteuert) oder unter Durchleuchtung wird eine dünne Nadel an den zu behandelnden Nervenast vorgeschoben. 

Der äusserst präszise und schonende Eingriff wird auch von älteren und gesundheitlich schwachen Patienten gut vertragen.

Erfolgsrate:

  • 83% der Patienten sind schmerzfrei.
  • 15% haben eine 60- bis 90%ige Schmerzreduktion. Die Restbeschwerden lassen sich mit einer reduzierten Medikamentendosis beherrschen.

Rückfallsrate:

  • 10% nach 6 Monaten
  • 30% nach 12 Monaten
  • 52% nach drei Jahren

Bei Wiederauftreten der Beschwerden kann die Behandlung wiederholt werden.

Komplikationen:

  • Missempfinden (bei 75% der behandelten Patienten), leichtes Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet des behandelten Astes, verminderter Hornhautreflex (Kornealreflex); sind meistens vorübergehend.
  • Sehr selten sind Schwäche der Kaumuskulatur oder eine Hornhautentzündung auf der behandelten Seite.
  • Gefürchtet ist die Anästhesia dolorosa (schmerzhafte Gefühllosigkeit), die aber dank vorsichtiger und kontrollierter Hitzebehandlung selten geworden ist.

3. Operative Dekompression (Operation nach Janetta)
Bei der mikrovaskulären Dekompression wird in der hinteren Schädelgrube die Nervenschaltstelle des Trigeminus mit einem Kunststoffplättchen vom anliegenden Gefäss getrennt. Dieser neurochirurgische Eingriff erfordert die Öffnung der Schädeldecke.

Erfolgsrate:

  • Postoperativ sind praktisch alle Patienten schmerzfrei.
  • Nach 10 Jahren sind noch 75% schmerzfrei.

Die Komplikationsrate liegt unter 1%: Postoperative Kopfschmerzen, Schwindel und Hörsturz sind selten.

Die verschiedenen Möglichkeiten besprechen wir eingehend mit den Betroffenen.

 

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